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Frankfurter Appell für Vielfalt und Zusammenhalt!

Mehr Mut zu einem neuen WIR

Das Frankfurter Stadtbild ist vielfältig – unser Weltbild ist geprägt von Respekt Dutzende Organisationen, Unternehmen und Persönlichkeiten aus Frankfurt am Main fordern die Spitzen der Stadtpolitik mit Nachdruck auf, sich im Bundeskanzleramt für solidarisches Miteinander und eine respektvolle Sprache einzusetzen. Populistische Spalterei gefährdet den sozialen Frieden. Die vielfach kritisierte „Stadtbild-Aussage“ des Bundeskanzlers ist zwar einige Tage her. Jedoch sind Unverständnis und Wut seitdem nur größer geworden. Die internationale Stadtgesellschaft von Frankfurt ist in ganz besonderem Maße betroffen, wenn ein Kanzler von einem „Problem im Stadtbild“ spricht, das „durch Abschiebungen gelöst werden muss“.

Es ist höchste Zeit, dass genau diese Vielfaltsgesellschaft in Frankfurt einen mahnenden Appell ausspricht. Wir verurteilen diskriminierende Sprache sowie jegliche gruppenbezogene Abwertung und setzen uns für ein gutes, gleichberechtigtes Miteinander ein. Gleichgültigkeit oder Schweigen können wir uns in dieser angeheizten Rechtsruck-Stimmung nicht mehr leisten!

Wenn die Sprache auf die schiefe Bahn kommt…

Frankfurterin oder Frankfurter sein ist seit Langem keine Frage des Aussehens oder der Herkunft mehr. Zugehörigkeit zur Gesellschaft wird in Deutschland nicht mehr über Hautfarbe, Aussehen oder Herkunft, sondern über Recht, Verantwortung, Teilhabe und Verhalten definiert. Doch dieser vertrauensvoll gewachsene gesellschaftliche Konsens wird nun durch eine ausgrenzende Sprache brutal aufgebrochen. Wir erinnern uns: Wenn die Sprache einmal auf die schiefe Bahn gekommen ist, kommt auch sehr schnell das Handeln auf die schiefe Bahn.

Mehr als die Hälfte aller Einwohner:innen in Frankfurt haben eine Migrationsgeschichte. Die Menschen sind irritiert und besorgt, weil ein Regierungschef bewusst Verunsicherung und Ausgrenzung provoziert, statt durch gute Politik zu vereinen, sichere Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen und zu motivieren, das Beste für dieses Land zu geben. Vor fünf Jahren waren solche Stadtbild-Sätze im Regierungskontext noch unsagbar – was ist in fünf Jahren sagbar oder machbar, wenn wir heute nicht gemeinsam massiven Widerstand leisten?

Als vielfältige Frankfurterinnen und Frankfurter nehmen wir das nicht hin. Spalterische Sprache schürt Ablehnung, Ängste und blockiert. Wir wollen aber weiter mit vereinten Kräften an den großen Herausforderungen unserer Zeit arbeiten! An einem neuen mutigen, vielfältigen WIR und an einer chancengerechten, friedlichen Zukunft für ALLE!

Lieber Herr Oberbürgermeister, Frau Stadtverordnetenvorsteherin, Frau Bürgermeisterin, im Namen aller Unterzeichnenden fordern wir Ihre Unterstützung.

Frankfurt am Main, 06. November 2025

KUBI Gesellschaft für Kultur und Bildung gGmbH