Wie wollen Sie sicherstellen, dass Frauen mit geringen formalen Abschlüssen oder Sprachbarrieren Zugang zu beruflicher Qualifizierung erhalten?
SPD
Um Arbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse zu überwinden, braucht es gezielte Unterstützung beim Erwerb neuer Qualifikationen, beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt oder beim Wechsel in neue, stabile Arbeitsverhältnisse. Dafür wollen wir die Bildungsberatung und berufliche Umorientierung ausbauen und das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm stärken. Die Unterstützung niedrigschwelliger Beratungs- und Qualifizierungsangebote sind unabdingbar. Die finanzielle Ausstattung der Angebote städtischer oder freier Träger ist dabei sehr wichtig. Die Bildungsberatung und berufliche Umorientierung muss ausgebaut und das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm gestärkt werden. Mit zusätzlichen Angeboten wie Sprachlots:innen, Ansprechpartner:innen in Sozialrathäusern und guter Kooperation mit allen in diesem Bereich Tätigen erhöhen sich die Chancen der Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Zusätzlich ist es bisher gelungen, viele Kürzungen an diesen Hilfen von Landes- und Bundesseite durch zusätzliche Mittel der Stadt Frankfurt auszugleichen. Die politischen Mehrheiten dafür und die Akzeptanz in der Stadtgesellschaft zu erreichen, ist für uns eine wichtige Aufgabe.
VOLT
Frauen, die durch Care-Arbeit, Sprachbarrieren oder schwierige Lebensumstände aus dem regulären Arbeitsmarkt herausgefallen sind, brauchen flexible und niedrigschwellige Wege zurück in die Beschäftigung oder Selbstständigkeit. Wir wollen Qualifizierungs- und Ausbildungsprogramme in Kooperation mit Frankfurter Betrieben schaffen, die gezielt auf die Situation von Migrant*innen und langzeitarbeitslose Frauen zugeschnitten sind. Für Frauen, die den Weg in die Selbständigkeit wählen, wollen wir wie o.g. gezielte Beratung, Förderprogramme und Kontakte zu Netzwerken bereitstellen. Weiterhin setzen wir uns für die schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse ein, damit vorhandene Qualifikationen sichtbar und nutzbar werden.
Die Grünen
Wir wollen Frauen, die aufgrund von Care-Arbeit, Sprachbarrieren oder anderen Lebensumständen von Arbeitslosigkeit oder prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen sind, gezielt beim Zugang zu qualifizierter Arbeit unterstützen. Dabei setzen wir auf niedrigschwellige, flexible und passgenaue Angebote. Zentral ist der Ausbau von Programmen für Wiedereinsteigerinnen nach Eltern- oder Pflegezeiten. Dazu gehören Teilzeit-Qualifizierungen, IT- und Digitalkurse sowie Berufscoachings, die sich an den realen Lebenssituationen der Frauen orientieren. Diese Angebote sollen weiterentwickelt und stärker mit Beratungs- und Begleitstrukturen verzahnt werden, um Übergänge in existenzsichernde Beschäftigung zu erleichtern.
Um prekäre Beschäftigung zu überwinden, wollen wir gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und relevanten Verbänden gezielte Anreize für Unternehmen schaffen, mehr Übergänge aus Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ermöglichen. Die Stadt Frankfurt soll dabei auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen und als Arbeitgeberin entsprechende Anreize setzen.
Eine verlässliche und flexible Kinderbetreuung ist Voraussetzung für jede Form von Qualifizierung und Erwerbstätigkeit. Deshalb treiben wir den Ausbau von Kita-Plätzen weiter voran, wollen Öffnungszeiten perspektivisch flexibilisieren und eine Regelöffnungszeit von 7 bis 17 Uhr erreichen. Ergänzend setzen wir uns für die finanzielle Absicherung flexibler Betreuungsmodelle ein, etwa durch Kooperationen zwischen Kitas und Tageseltern sowie durch besondere Angebote wie Über-Nacht-Betreuung. Darüber hinaus wollen wir ein städtisches Empowerment-Förderprogramm auflegen, das gezielt Projekte von, mit und für marginalisierte Gruppen unterstützt, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur und Soziales. Gerade Frauen mit geringen formalen Abschlüssen oder Sprachbarrieren benötigen frühzeitig niedrigschwellige Zugänge zu Qualifizierung, Beratung und Arbeit.
Auch die Integration von Frauen mit Schwerbehinderung in den Arbeitsmarkt wollen wir gezielt stärken und bestehende Unterstützungsangebote weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, allen Frauen den Weg in qualifizierte, sichere und selbstbestimmte Erwerbsarbeit zu eröffnen.
Die Linke
Der Zugang zur beruflichen Qualifizierung ist der Schlüssel um Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse zu überwinden. Hierzu bedarf es, ganzheitlicher, auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen angepasster, Beratungs-, Hilfs- und Weiterbildungsangebote genauso wie einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen in der Kinderbetreuung, echte Ganztagsschulen sowie neue gemeinschaftliche Infrastrukturen wie Sorgezentren und Stadtteilkantinen. Damit die Träger Angebote zur beruflichen Qualifizierung schaffen und durchführen können, brauchen sie eine langfristige und ausreichende Finanzierung.
CDU
Viele Frauen – insbesondere mit Familienverantwortung oder Sprachbarrieren – passen nicht in starre Ausbildungsmodelle. Deshalb unterstützt die CDU Teilzeit-Ausbildung, modulare Qualifizierungen und die enge Verzahnung von Sprachförderung, Kinderbetreuung und Berufsorientierung. Erfolgreiche Projekte wie die IFF-Initiativen zeigen, dass individuelle Begleitung entscheidend ist. Solche Ansätze wollen wir stärken und besser mit Betrieben vernetzen. Ziel muss sein, Frauen aus prekären Beschäftigungen – etwa im Helferbereich – in qualifizierte, nachhaltige Arbeit zu führen. Das entspricht auch unserem Wahlprogramm: Integration in Arbeit hat Vorrang vor dauerhafter Transferabhängigkeit.
FDP
Arbeitslosigkeit vulnerabler Gruppen überwinden
Nicht jede Frau startet mit denselben Voraussetzungen – aber jede verdient die Chance auf Aufstieg.
Wir wollen:
- flexible, modulare Qualifizierungen und Teilzeit-Ausbildungen statt starrer Maßnahmen
- Konsequente Sprachförderung mit klarem Berufsbezug
- stärkere Kooperation mit Unternehmen, damit Qualifizierung direkt in Beschäftigung mündet
- niedrigschwellige Beratung mit klarer Zielorientierung: Integration in reguläre Beschäftigung
Unser Ansatz ist klar: Sozialpolitik darf keine Sackgasse sein. Sie muss ein Sprungbrett in reguläre Beschäftigung und eigenständige Existenzsicherung sein.





