Allgemein

IFF – Initiative Frankfurter Frauenbildungsträger: Wahlprüfsteine 2026

Wie wollen Sie sicherstellen, dass Frauen mit geringen formalen Abschlüssen oder Sprachbarrieren Zugang zu beruflicher Qualifizierung erhalten?

SPD

Es ist wichtig, dass Frauen mit geringen formalen Abschlüssen oder Sprachbarrieren niedrigschwellige Unterstützung bekommen. Die Bildungsberatung und berufliche Umorientierung muss ausgebaut und das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm gestärkt werden. Mit zusätzlichen Angeboten wie Sprachlots:innen, Ansprechpartner:innen in Sozialrathäusern und guter Kooperation mit allen in diesem Bereich Tätigen erhöhen sich die Chancen der Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Zusätzlich ist es bisher gelungen, viele Kürzungen an diesen Hilfen von Landes- und Bundesseite durch zusätzliche Mittel der Stadt Frankfurt auszugleichen. Die politischen Mehrheiten dafür und die Akzeptanz in der Stadtgesellschaft zu erreichen, ist für uns eine wichtige Aufgabe.

VOLT

Der Zugang zu Qualifizierung scheitert oft nicht am fehlenden Willen, sondern an fehlenden Brücken. Volt Frankfurt will diese Brücken bauen – durch kultursensible und mehrsprachige Beratungsangebote, die Menschen mit Sprachbarrieren niedrigschwellig erreichen, und durch die gezielte Förderung digitaler und medialer Kompetenzen auch für arbeitssuchende Frauen – denn Qualifizierung bedeutet heutzutage mehr als klassische Ausbildung. Frauen mit geringen formalen Abschlüssen als eigenständige Zielgruppe benennt unser Programm nicht explizit. Das ist eine Lücke, an der wir arbeiten müssen und werden und die wir im Dialog mit Trägern, wie beispielsweise dem IFF, weiterentwickeln wollen.

Die Grünen

Wir wollen in Frankfurt sicherstellen, dass Frauen mit geringen formalen Abschlüssen oder Sprachbarrieren einen verlässlichen und niedrigschwelligen Zugang zu beruflicher Qualifizierung erhalten. Dafür setzen wir gezielt auf kommunale Strukturen, eine enge Zusammenarbeit mit freien Trägern und passgenaue Angebote in den Stadtteilen. Ein zentraler Baustein ist die finanzielle Absicherung und der Ausbau von Qualifizierungs- und Sprachkursen für migrantische Frauen, insbesondere in Verbindung mit verlässlicher Kinderbetreuung. Auf Bundesebene werden wir uns für die Wiederauflage entsprechender Programme und deren auskömmliche Finanzierung einsetzen. Auf kommunaler Ebene wollen wir die vom Bund aufgekündigten Angebote möglichst aufrechterhalten n und stabilisieren, damit sie dauerhaft erreichbar bleiben. Darüber hinaus sichern und erweitern wir wohnortnahe Sprachkurse mit Teilhabefokus in den Frankfurter Stadtteilen und Sozialräumen. Gerade Frauen, die bereits länger in Frankfurt leben, aber bisher keinen Zugang zu passenden Angeboten hatten, sollen so besser erreicht werden. Kinderbetreuung während der Kurse ist für uns ein zentraler Bestandteil, um tatsächliche Teilnahme zu ermöglichen. Für Frauen, die aktuell noch keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt finden, wollen wir den sozialen Arbeitsmarkt in Frankfurt weiter stärken. Zusätzliche Beschäftigungen nach § 16i SGB II sowie Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II sollen gezielt genutzt werden, um praktische Arbeitserfahrung, Qualifizierung und soziale Teilhabe zu verbinden. Dabei setzen wir auf eine enge Kooperation zwischen der Stadt Frankfurt, dem Jobcenter, städtischen Betrieben und erfahrenen Trägern. Insgesamt wollen wir die vorhandenen Frankfurter Strukturen konsequent so weiterentwickeln, dass sie Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen, Übergänge in Qualifizierung und Arbeit erleichtern und langfristige Perspektiven jenseits prekärer Beschäftigung eröffnen.

Die Linke

Der Zugang zur beruflichen Qualifizierung ist der Schlüssel um Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse zu überwinden. Hierzu bedarf es, ganzheitlicher, auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen angepasster, Beratungs-, Hilfs- und Weiterbildungsangebote genauso wie einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen in der Kinderbetreuung, echte Ganztagsschulen sowie neue gemeinschaftliche Infrastrukturen wie Sorgezentren und Stadtteilkantinen. Damit die Träger Angebote zur beruflichen Qualifizierung schaffen und durchführen können, brauchen sie eine langfristige und ausreichende Finanzierung.

CDU

Viele Frauen – insbesondere mit Familienverantwortung oder Sprachbarrieren – passen nicht in starre Ausbildungsmodelle. Deshalb unterstützt die CDU Teilzeit-Ausbildung, modulare Qualifizierungen und die enge Verzahnung von Sprachförderung, Kinderbetreuung und Berufsorientierung. Erfolgreiche Projekte wie die IFF-Initiativen zeigen, dass individuelle Begleitung entscheidend ist. Solche Ansätze wollen wir stärken und besser mit Betrieben vernetzen. Ziel muss sein, Frauen aus prekären Beschäftigungen – etwa im Helferbereich – in qualifizierte, nachhaltige Arbeit zu führen. Das entspricht auch unserem Wahlprogramm: Integration in Arbeit hat Vorrang vor dauerhafter Transferabhängigkeit

FDP

Arbeitslosigkeit vulnerabler Gruppen überwinden
Nicht jede Frau startet mit denselben Voraussetzungen – aber jede verdient die Chance auf Aufstieg.

Wir wollen:

  • flexible, modulare Qualifizierungen und Teilzeit-Ausbildungen statt starrer Maßnahmen
  • Konsequente Sprachförderung mit klarem Berufsbezug
  • stärkere Kooperation mit Unternehmen, damit Qualifizierung direkt in Beschäftigung mündet
  • niedrigschwellige Beratung mit klarer Zielorientierung: Integration in reguläre Beschäftigung

Unser Ansatz ist klar: Sozialpolitik darf keine Sackgasse sein. Sie muss ein Sprungbrett in reguläre Beschäftigung und eigenständige Existenzsicherung sein.