Wir trauern mit allen Angehörigen sowie allen Freundinnen und Freunden um neun junge Menschen, die am 19. Februar 2020 von einem 43-jährigen Deutschen in der Innenstadt von Hanau ermordet wurden. Der Täter hatte seine rassistische, extremistische Ideologie in einem Online-Manifest verbreitet. Die Opfer waren zwischen 20 und 44 Jahre alt, weitere fünf Menschen wurden verletzt.
Auch dieses Jahr werden in Hanau an die Opfer gedacht, es werden Schweigeminuten mit den Angehörigen, Stadtvertreter*innen und Politiker*innen abgehalten. Angehörige der Opfer und deren Freund*innen haben die „Initiative 19. Februar“ gegründet. Sie arbeiten gemeinsam an der Aufarbeitung und Transparenz der Geschehnisse. Unter anderem ist es ihnen wichtig, klarzustellen, dass Behörden und Sicherheitsdienste nicht ausreichend auf rechtsextreme Gefahren reagiert hätten.
Der Anschlag löste eine breite gesellschaftliche Debatte über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, sowie die Verschärfung der Waffengesetze in Deutschland aus. Für uns alle ist es wichtig, dass man gemeinsam daran arbeitet, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, um sich gegen rechte Gewalt zu schützen.
In Hanau wird zwischen den ehemaligen Tatorten derzeit das „Haus für Demokratie und Vielfalt“ errichtet (mit Standort „Platz des 19. Februar“), es soll noch 2026 fertiggestellt werden. Das Haus der Demokratie und Vielfalt soll ein Mahnmal gegen Hass und Menschenfeindlichkeit sein und zur Aufarbeitung gegen Rassismus und Gewalt beitragen.





